Nach der kleinen Übersicht über SVN Software mit GUI für den Mac gibt es hier eine mini Auflistung verschiedener Tools für den Mac (und teilweise anderen Plattformen) rund um das Thema Projektmanangement und Auftragsbearbeitung.
GanttProjekt
Wer GanttProject noch nicht aus universitären Projekten kennt (daher kannte ich es), sei hier kurz die OpenSource Lösung nahegebracht, beginnend mit der Definition, was ein Gantt Diagramm ist, kopiert von Wikipedia:
Ein Gantt-Diagramm [gænt] oder Balkenplan ist ein nach dem Unternehmensberater Henry L. Gantt (1861–1919) benanntes Instrument des Projektmanagements, das die zeitliche Abfolge von Aktivitäten grafisch in Form von Balken auf einer Zeitachse darstellt.
Grundsätzlich ist GanttProject ein nettes Werkzeug um
→ den Projektablauf als Gesamtheit übersichtlich ansehen zu können, als auch
→ Abhängigkeiten verschiedener Projektteile untereinander gut visualisieren zu können.
Ich weiss nicht, ob es an der MacVersion liegt, aber man muss schon hier und da sehr tricksen um den Bugs des Programms aus dem Weg gehen zu können, wenn man bereits angelegte Projektteile editieren möchte.
In Gantt kann neben dem reinen Darstellen der Projektteile (und deren Fortschritt in Prozent) auch in gewissem Umfang eine Ressourcenplanung durchgeführt werden, d.h. also die Einbindung und Rollen der verschieden involvierten Mitarbeiter in einzelnen Teilbereichen eines Projektes vermerkt werden.
Kurz: GanttProject ist eigentlich ein sehr nettes und nützliches Tool. Ich benutze es trotzdem nicht, weil die Umsetzung für den Mac zu buggy bzw. hässlich ist und ausserdem Export- bzw. Druckoptionen für professionellen Nutzen nicht zu gebrauchen sind.
Teilweise sehen die Dialogfelder aus, als wären die komplett durchs Testing durchgerutscht:

Fehlerhaft dargestellte Dialogfelder in Gantt
Die Ressourcenplanung und die Projekttimeline sehen folgendermaßen aus:

Gantt Ressourcenplanung

Gantt Timeline
Merlin 2
Hochgelobt und mit Preisen ausgezeichnet ist die Software Merlin 2 von ProjectWizards, die zwar etwas Geld kostet aber für den Einsatzbereich und den gebotenen Leistungsumfang mit 145 Euro pro Lizenz immer noch erstaunlich günstig ist.
Was wird geboten?
Zuerst: Die Software soll “von Projektmanagern für Projektmanager” entwickelt worden sein. Hierdurch ist vermutlich gemeint, dass die wichtigen Funktionen alle astrein vorhanden sind. Auf der Webseite gibt es eine Art Tour, die wichtige Features aufzeigen möchte.
Punkt 1 sieht für mich schon höchst interessant aus: Mindmaps können als Projektgrundlage importiert werden (und zwar aus verschiedenen Formaten). Das ist mitunter sehr sinnvoll als auch ein Feature, das nicht jedem sofort im Kopf aufblitzt.
Desweiteren können sämtliche MS Project Dateiformate (und viele andere) mit Merlin im- und exportiert werden.
Merlin synchronisiert sich bidirektional mit iCal. Ich persönlich hasse ja eierlegende Wollmilchsäue, die regelmäßig versuchen, noch einen weiteren Kalender auf den Mac zu kriegen, obwohl Mac User mit iCal einen perfekten Kalendar dauernd und hervorragend im System integriert parat haben. Also: bidirektionales Synchronisieren = Top.
Für diejenigen Projektteilnehmer, die oft unterwegs sind, bietet Merlin auch eine Webschnittstelle an, mit der sämtliche Änderungen sowohl off- als auch online bei allen Beteiligten direkt erscheinen sollen. Klingt interessant, benötigt aber auch einen kleinen Aufpreis für das Web-Add-on.
Ausserdem können verschiedene Finanzoptionen übersichtlich angezeigt werden (= Budgetplanung ist hier das Stichwort) als auch zum Projekt gehörige Dokumente und Adressen per Drag and Drop in entsprechende Projektordner gelegt werden.
Das Einbinden der Adressen erfolgt neben der Integration des MacOS Addressbuches auch über Entourage oder andere evtl. vorhandene Adressbücher.
Auch Merlin wird übrigens von Spotlight auf dem Mac indiziert. Sämtliche Integrationsfeatures gibt es im Übrigen auch auf der Projektwebseite zu bewundern.
Fazit: Ich habe die Software bisher noch nicht getestet, bin aber der festen Überzeugung, hier in den nächsten Wochen ein wenig Geld investieren zu wollen / müssen
TimeLog 4
TimeLog 4 integriert sich nur in einen Mac, auf dem mindestens Leopard läuft.
Ältere Betriebssysteme können nur noch den Vorgänger (Version 3) nutzen, die ich weder runtergeladen noch angesehen habe, kann also nichts zu den Unterschieden los werden. Grundsätzlich hat TimeLog weniger mit Projektmanagement als vielmehr etwas mit Zeiterfassung zu tun – was man also schick damit machen kann ist die nach Kategorien, Kunden und Projekten unterteilte fast automatisch ablaufende Zeiterfassung der Arbeit in bestimmten Projekten.
Generell gibt es in der Software eine Timeline (stündlich, täglich, monatliche Ansicht), auf der die Arbeit an den einzelnen Projekten vermerkt wird.
Man kann Ordner aus iCal angeben, die dann zu Kunden zugewiesen und somit auch automatisiert abgerechnet werden können (wenns immer so einfach wäre), oder aber Zeit a lá Mite für Projektarbeit erfassen. Für die Zeiterfassung kann man sogar bestimmte Applications tracken lassen, so dass auch wenn mal vergessen wurde, die Zeituhr mitlaufen zu lassen, nachvollzogen werden kann, wie lange gearbeitet wurde.
Eine generelle Projektplanung hab ich in TimeLog nicht entdecken können, handelt sich also eher um ein Zeiterfassungs-Tool und weniger um komplettes Projektmanagement. Ein kleines Video, wie das ganze aussieht, findet sich auf der Entwicklerwebseite.
Mite
Mite ist ein online Tool, das mittels vieler Schnittstellen und komfortabler, fancy Web zwo nulliger Oberfläche ebenfalls den Krampf der Zeiterfassung während des Bearbeitens von Projekten angehen möchte.
So können Daten zu Arbeitszeiten z.B. per Jabber Message oder Twitter (und anderen Diensten) an die Mite API geschickt werden.
Zeiterfassung ist Fundament realistischer Rechnungen, Kalkulationen & Zeitpläne.
Eine gern gehasste Notwendigkeit, deren Nervfaktor mite den Kampf ansagt.
Mit Funktionalität, Flexibilität & Eleganz.
Mite war ursprünglich komplett kostenlos nutzbar, mittlerweile fällt dafür – glaube ich – eine durch den Nutzer relativ frei zu definierende Gebühr an.
Was mir an Mite nicht gefällt ist die Tatsache, dass Informationen zu Projekten, Arbeitsaufwänden und Teams, die nicht unbedingt für Augen ausserhalb eines Unternehmens gedacht sind, auf unternehmensfremden Server gespeichert werden.
Hier muss jeder selbst wissen ob er damit leben kann (he – GoogleMail hat auch jeder 2. – ich möchte nicht wissen, wieviel Angebote, Rechnungen und andere sensiblen Daten dort täglich rumgeschickt werden).
Was mir an Mite allerdings gefällt ist die schicke Oberfläche, die übersichtlichen Statistiken, die simple Benutzerführung und die Möglichkeiten des Datenexports.
Verschiedene Bereiche von Mite sieht so aus (Screens von der Mite Homepage):



iTaskX
Über iTaskX bin ich zufällig gestolpert und kann auch wenig dazu sagen, ausser den Fakten, die der Hersteller selbst zum Besten gibt: Der wichtigste Punkt ist wohl die Möglichkeit des Datenaustausches zwischen MS Project und iTaskX.
Weiterhin schick scheint die Oberfläche zu sein, die sich sehr an die gewohnte Mac Umgebung anlehnt.
Verschiedene Diagrammarten sind hier ebenso möglich wie eine Ressourcenplanung und die Erstellung von Gantt Charts, ausserdem wird die Durchsuchbarkeit mit Spotlight hervorgehoben als auch die umfangreichen Exportfunktionen zu iCal, Excel, MS Project, usw.
Da ich die Software nicht getestet habe und somit keine weiteren Fakten dazu zum Besten geben kann, empfehle ich Interessierten den Blick auf den umfangreichen Filmbereich auf der Webseite des Herstellers: Einführungsvideos zu iTaskX
Zum Schluss
Wie sich iTaskX zu Merlin oder anderen Programmen (völlig von mir unterschlagen: OmniPlan) schlagen kann bzw. schlägt kann ich auch nicht beurteilen.
Allerdings erhält Merlin bei testberichte.de mit einer Wertung von 1,4 ein “Sehr gut”, während iTaskX mit 2,6 eher mittelmässig abschneidet. Zu Omniplan gegenüber Merlin kann ich neben der Note 3,0 (also auch nach iTaskX) nur subjektive Forenbeiträge heranziehen.
Eine umfassende Auflistung weiterer Tools rund um das Thema Projektmanagement gibt es auf der englischen Wikipedia Seite.